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Wer kann eine freiwillige Steuererklärung machen?

Wer kann eine freiwillige Steuererklärung machen?

Nicht jeder muss eine Steuererklärung abgeben und vor allem Angestellte sind von der Steuererklärungspflicht befreit. Unter bestimmten Bedingungen sind aber auch sie pflichtveranlagt, wie der Fachterminus lautet. Unser 11880.com-Steuerberater-Ratgeber erklärt, wer freiwillig eine Steuerklärung machen kann, wer dazu verpflichtet ist und wie lang Sie als Freiwilliger Zeit für Ihre Steuererklärung haben.

Warum freiwillige Steuererklärung?

offene Hand
© stevanovicigor - istockphotos.com

Wenn man eigentlich gar nicht dazu verpflichtet ist, warum sollte man dann überhaupt eine Steuererklärung abgeben? Die Steuererklärung wird von vielen als kompliziert, ja sogar lästig empfunden, weswegen die meisten froh sind, nicht pflichtveranlagt zu sein. Trotzdem, der Aufwand kann sich im wahrsten Sinne auszahlen, denn bei freiwilliger Steuererklärung kann eine Steuererstattung auf Sie warten!

Wann ist man befreit von der Pflichtveranlagung?

Vielen Arbeitnehmern bleibt es selbst überlassen, ob sie diese Chance auf eine Steuererstattung wahrnehmen wollen. Denn sie haben in vielen Fällen eigentlich mit der Steuererklärung nichts zu tun, da sie als Angestellter ihre Lohnsteuer direkt vom Bruttogehalt abgezogen bekommen. Ihr Finanzamt geht somit davon aus, dass durch die erhobene Steuer Ihre Steuerschuld abgegolten ist.

Wo sind Erstattungen möglich?

Wenn aber im entsprechenden Geschäftsjahr zusätzliche Kosten entstanden sind, etwa für Werbungskosten oder Fahrtkosten, könnten diese Kosten Ihnen beim Finanzamt angerechnet und somit anteilig erstattet werden. Wichtig ist, dass es bei den verschiedenen Kosten, die Sie geltend machen können, bestimmte Grenzen gibt, ab denen ein solcher Posten steuerlich geltend gemacht werden kann. Der Steuerberater in Ihrer Nähe kann Ihnen sicherlich helfen, die relevanten Posten und Ihre Möglichkeiten für eine Steuererstattung herauszuarbeiten.

Wann sich die freiwillige Steuererklärung für Sie lohnt

  • Sie haben die Steuerklasse gewechselt
  • Wenn Sie hohe Ausgaben für die Altersvorsorge hatten
  • Hohe Sonderausgaben, höher als 36 € (Unterhalt für geschiedene Ehepartner, Schulgeld, Schenkungen, Spenden, Kirchensteuer)
  • Heirat im vergangenen Geschäftsjahr
  • Scheidungs- oder Krankheitskosten im letzten Jahr
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen bezogen
  • Werbungskosten über 1.000 €


Werbungskosten

Ein ganz interessanter Bereich in diesem Zusammenhang sind die Werbungskosten: Übersteigen sie einen Wert von 1.000 €, können Sie die Werbungskosten
geltend machen. In der freiwilligen Steuererklärung (in der Pflicht-Erklärung aber auch) müssen die Werbungskosten dann detailliert aufgelistet werden. Entsprechende Posten können zum Beispiel sein:

arbeitszimmer
© UberImages - istockphotos.com
  • Häusliches Arbeitszimmer
  • Arbeitsmittel (Schreibtisch, Computer, Tasche o.ä.)
  • Berufliche Ausbildung, Fort- und Weiterbildung, Meisterprüfung, Sprachkurse
  • Fahrten zur Arbeit, Reisekosten (auch Bahncard)
  • Umzugskosten für beruflich bedingten Umzug

Und auch die Rechts- sowie sogar die Steuerberatung können Sie anführen, wenn Sie Ihre Steuererklärung freiwillig machen. Zeit haben Sie dafür übrigens wesentlich mehr, als die Pflichtveranlagten: Während diese bereits am 31.05. nach dem abgelaufenen Geschäftsjahr ihre Steuererklärung abgeben müssen, haben Sie bei freiwilliger Abgabe bis zu vier Jahre Zeit.



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