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Rentenbesteuerung: Wer ist zur Steuererklärung verpflichtet?

Grundsätzlich sind in Deutschland auch Rentner steuerpflichtig. Zwar fällt die Steuerlast geringer aus, als noch einst im Berufsleben, doch auch hier fallen Steuern auf Einkünfte aus, die Rentner u.a. von der Rentenversicherung erhalten. In diesem Ratgeberbeitrag erfahren Sie, ab wann Sie als Rentner zu einer Steuererklärung verpflichtet sind.

Inhaltsverzeichnis

Rentner: Steuererklärungspflicht

Viele Rentner müssen aufgrund von geringen Einkünften keine Steuererklärung machen. Dennoch gibt es eine Grenze und wenn diese überschritten wird, sind auch Rentner dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Die Grenze liegt für 2026 bei 12.348 € (Ledige) und 24.696 € (Verheiratete).

Zu den Einkünften gehört jedoch nicht nur die Altersrente. Das Alterseinkünftegesetz vom 01. Januar 2005 sieht vor, dass Renten immer mehr zu einer nachgelagerten Besteuerung führen. Das ist vor allem für junge Arbeitnehmer positiv, da dadurch ihre jetzigen Beiträge zur Rentenversicherung bis zum Höchstbetrag steuerfrei bleiben.

Bis zum Jahr 2040 nimmt daher der Besteuerungsanteil der Rente kontinuierlich zu, bis eine hundertprozentige Besteuerung erreicht ist. Diese Regelung betrifft nicht nur die Altersrente, sondern auch die Erwerbsminderungsrente, Witwenrente sowie Waisen- und Erziehungsrenten. Lediglich die Renten aus der gesetzlichen Unfallversicherung sind hiervon ausgenommen.

Rentenbesteuerung
Aufgrund von den Rentenerhöhungen kann es schnell passieren, dass man seinen Freibetrag übersteigt. Daher sollten Sie jedes Jahr aufs Neue prüfen, ob Sie zu einer Steuererklärung verpflichtet sind.

Rentenfreibetrag wird immer kleiner

Der Rentenfreibetrag ist der Teil der Rente, welcher nicht versteuert wird. Wie hoch dieser Anteil ausfällt, hängt vom Einstieg ins Rentenalter ab. Sind Sie bspw. im Jahr 2013 in Rente gegangen, dann beträgt Ihr Rentenfreibetrag dauerhaft 34 %. Bei einem Renteneinstieg ein Jahr später wären es nur noch 32 % gewesen. Im Folgenden sehen Sie die genaue Berechnung für die vergangenen und kommenden Jahre:

Jahr des RenteneinstiegsFreibetrag in %steuerpflichtiger
Rentenanteil in %
Bis 2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
2031
2032
2033
2034
2035
2036
2037
2038
2039
2040
2041
2042
2043
2044
2045
2046
2047
2048
2049
2050
2051
2052
2053
2054
2055
2056
2057
ab 2058
50
48
46
44
42
40
38
36
34
32
30
28
26
24
22
20
19
18
17,5
17
16,5
16
15,5
15
14,5
14
13,5
13
12,5
12
11,5
11
10,5
10
9,5
9
8,5
8
7,5
7
6,5
6
5,5
5
4,5
4
3,5
3
2,5
2
1,5
1
0,5
0
50
52
54
56
58
60
62
64
66
68
70
72
74
76
78
80
81
82
82,5
83
83,5
84
84,5
85
85,5
86
86,5
87
87,5
88
88,5
89
89,5
90
90,5
91
91,5
92
92,5
93
93,5
94
94,5
95
95,5
96
96,5
97
97,5
98
98,5
99
99,5
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Steuerpflichtige Einnahmen

Zu den steuerpflichtigen Einnahmen gehören auch…:

  • private Rentenversicherungen
  • Riester-Renten
  • Kapitalerträge, auf die eine Abgeltungssteuer abgeführt wird
  • Einkünfte aus einer selbstständigen Arbeit (auch Nebentätigkeit), Miete oder Pacht
  • wenn Sie einen Ehepartner mit getrennter Veranlagung haben
  • im letzten Jahr einen Verlust gemeldet haben.

Übrigens: Hat Ihnen das Finanzamt keine Steuerschuld berechnet, dann können Sie sich von der Abgabepflicht für die nächsten drei Jahre befreien lassen.

450€-Minijob bleibt steuerfrei

Rentner, die einem Minijob nachgehen (2026: bis 603 € im Monat), dürfen aufatmen: Die Einkünfte aus der geringfügigen Beschäftigung bleiben steuerfrei. Zumindest für Sie, denn der Arbeitgeber zahlt pauschal zwei Prozent Lohnsteuer an die Minijobzentrale. Für Altersrentner, die die Regelaltersgrenze bereits erreicht haben, gilt außerdem: Seit dem 1. Januar 2023 wurde die Hinzuverdienstgrenze für die Altersrente vollständig abgeschafft – Sie dürfen unbegrenzt hinzuverdienen, ohne dass die Rente gekürzt wird. Diese Abschaffung gilt allerdings nicht für Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und auch nicht für die Anrechnung von Einkommen auf die Witwenrente, denn dort gelten weiterhin eigene Hinzuverdienst- bzw. Anrechnungsgrenzen. Und noch eine gute Nachricht: Selbst wenn Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, müssen Sie den Minijob nicht extra auf der Steuererklärung angeben.

Steuererklärung: Abgabefrist

Wenn Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, dann sollten Sie den Termin im Blick behalten: Die Frist endet am 31. Juli des Folgejahres. Fällt dieser Tag auf ein Wochenende oder einen Feiertag, verschiebt sich die Frist auf den nächsten Werktag. Unser Muster für die Steuererklärung hilft Ihnen beim Ausfüllen der Formulare. Lassen Sie sich bei schwierigen Fragen jedoch am besten von einem Steuerberater beraten. Dieser kann auch die Steuererklärung für Sie anfertigen, was den weiteren Vorteil hat, dass die Frist dadurch bis zum letzten Februar-Tag des übernächsten Jahres verlängert wird.

Apropos Frist, das Finanzamt kann Sie auch rückwirkend zur Abgabe einer Steuererklärung auffordern. Kommen Sie der Aufforderung nicht nach, wird das Finanzamt Ihre steuerliche Situation schätzen. Häufig ist das zu Ihrem Nachteil, denn etwaige Steuerminderungen (z. B. haushaltsnahe Dienstleistungen), die Sie in Ihrer Steuererklärung hätten angeben können, werden somit nicht beachtet. Auch Steuernachzahlungen sind möglich.

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