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Liquidation: Das passiert nach der Unternehmenspleite

Liquidation: Das passiert nach der Unternehmenspleite

Umgangssprachlich wird der Begriff „flüssig sein“ auch genutzt, um zu verdeutlichen, dass man finanzielle Mittel zur Verfügung hat. Liquidation ist ein Fremdwort, das mit Verflüssigung übersetzt werden kann und bei dem es durchaus einen Zusammenhang zum umgangssprachlichen Begriff gibt. Denn Unternehmen, die sich in der Liquidation befinden, veräußern der Definition nach ihre Vermögenswerte und -gegenstände, um finanzielle Mittel daraus zu generieren. Ziel ist jedoch in der Regel nicht, neue Kaufkraft zu gewinnen, sondern ein Unternehmen aufzulösen.

Bei der Liquidation werden sämtlich Unternehmenswerte, alles Vermögen und alle Vermögensgegenstände sowie auch der Eintrag im Handelsregister aufgelöst. Dabei können nur Gesellschaften liquidiert werden, die nicht Insolvenz beantragt haben. Gleichzeitig kann die Liquidation jedoch Bestandteil eines Insolvenzverfahrens sein, sofern der Insolvenzverwalter diesen Schritt vorsieht.

Wer führt die Liquidation aus?

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© djinga80 - istockphotos.com

Gleichwohl ist der Insolvenzverwalter nicht per se der Liquidator, also derjenige, der die Liquidation durchführt. Dies tun im Regelfall der Vorstand oder Geschäftsführer eines Unternehmens. Allerdings können auch Dritte mit der Liquidation beauftragt, bzw. zu dieser ermächtigt werden. Diese Liquidatoren sind dafür verantwortlich, durch den Liquidationsprozess möglichst viel Geld zu generieren. Dies ist sowohl im Interesse von Gesellschaftern, als auch Anlegern oder eventuellen Gläubigern.

Gläubigerschutz während der Liquidation

Letztere spielen eine wichtige Rolle während der Liquidation. Während nämlich der Liquidator die Geschäfte des Unternehmens beendet und versucht, alle ausstehenden Verbindlichkeiten zu begleichen, genießen Gläubiger des in der Auflösung befindlichen Unternehmens einen Sonderschutz. Der Gläubigerschutz sieht vor, dass nicht das gesamte restliche Vermögen ausgezahlt und den Gläubigern eine Schutzfrist eingeräumt wird, innerhalb derer sie ihre Forderungen an das scheidende Unternehmen richten können.

Löschung aus dem Handelsregister

Nachdem die Gläubiger berücksichtigt und gegebenenfalls alle betriebsfähigen Mittel veräußert wurden, entsteht die Schlussrechnung mit dem Liquidationserlös. Ist keinerlei Restvermögen mehr vorhanden, erfolgt die Meldung beim Handelsregister mit der darauffolgenden Löschung aus selbigem. Bevor dies jedoch geschehen darf, müssen sämtliche Vorgänge der Liquidation korrekt abgeschlossen sein – dies betrifft auch die steuerliche Abwicklung des gesamten Unternehmens.

Vorsicht vor Steuererstattungen

Kommt es zum Fall einer Steuererstattung, woraus sich nachträgliches Restvermögen ergäbe, würde dies durch eine Nach-Liquidation behandelt werden. Um die vollkommene und für die Löschung aus dem Handelsregister dringend notwendige Vermögenslosigkeit wiederherzustellen, muss ein Nachtragsliquidator vom Registergericht bestellt werden. Ein solches Verfahren kann hohe Kosten und zähen nachträglichen Aufwand bedeuten. Sie sollten in Zusammenarbeit mit Ihrem Steuerberater also solche Erstattungen vorausschauend berücksichtigen.



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