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Firmenumwandlung: Chancen und Risiken

Firmenumwandlung: Chancen und Risiken

Unternehmen und ihre Rechtsformen – in unserem 11880.com-Steuerberater-Ratgeber eines der größten Themen. Schon bei der Existenzgründung müssen Sie sich für Ihr Unternehmen überlegen, welche Rechtsform die richtige ist. Doch die Rechtsform kann sich in der Geschichte eines Unternehmens auch ändern. Firmenumwandlung und Formwechsel – Wir sagen Ihnen, worauf Sie dabei achten müssen und erklären den Aufwand an einem konkreten Beispiel.

Firmenumwandlung Definition

Firmenumwandlung
© Rawpixel Ltd - istockphotos.com

Dazu beginnen wir zunächst ganz am Anfang, bei der Definition von Firmenumwandlung. Dabei handelt es sich nämlich um die Umorganisation von Unternehmen im Rahmen des Gesellschaftsrechts. Solche Firmenumwandlungen finden häufig dann statt, wenn Unternehmen sich zusammenschließen, es große Veräußerungen oder sonstige große Strukturänderungen gibt oder auch eine Firmenumwandlung aus steuerlichen Gründen erwogen wird.

Gesetzlicher Rahmen für Umwandlungen

Denn natürlich können mit der Firmenumwandlung auch erhebliche steuerliche Veränderungen einhergehen. Firmenumwandlung richten sich hierzulande nach dem Umwandlungsgesetz (UmwG), das die Umwandlung von in Deutschland ansässigen Rechtsträgern regelt. Ein benachbartes Gesetz, das Umwandlungssteuergesetz, regelt die steuerlichen Rahmenbedingungen einer Firmenumwandlung.

Was regelt das Umwandlungssteuergesetz?

Letzteres ist natürlich für viele Unternehmen, die einen Formwechsel anstreben, sowie auf jeden Fall auch für unseren 11880.com-Steuerberater-Ratgeber interessant. So regelt das Umwandlungssteuergesetz zum Beispiel:

Umwandlungsfähige Rechtsträger:

  • Umwandlungen von Kapitalgesellschaften, Genossenschaften, Vereinen, Versicherungsvereinen oder auch Körperschaften des öffentlichen Rechts

Prozesse:

  • Abspaltungen, Aufspaltungen, Verschmelzungen, Vermögensübertragungen, Einbringungen von Betrieben oder Teilbetrieben in Kapitalgesellschaften
  • Formwechsel von Personengesellschaften in Kapitalgesellschaften

Gebührenrahmen

Hier bleiben einige Freiräume bei den Steuerberaterkosten, denn hier haben die Steuerberater einen gewissen – mache würden auch sagen großen – Ermessensspielraum. So liegt der Gebührenrahmen bei den Steuerberaterkosten für die Beratung zum Beispiel bei 1/10 - 10/10, während die Buchführung auch bis zu 12/10 und die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) gar mit 20/10 berechnet werden kann. Anbei eine Übersicht, wie viel die Steuerberatung kosten kann:

  • Auskunft oder Beratung – Gebührenrahmen 1/10 - 10/10 nach Tabelle Einkommensteuererklärung (ESt.) - 1/10 - 6/10 - Tabelle A
  • Werbungskostenermittlung – 1/20 - 12/20 - Tabelle A
  • EÜR – 5/10 - 20/10 - Tabelle B
  • Umsatzsteuerjahreserklärung – 1/10 - 8/10 - Tabelle A
  • Buchführung – 2/10 - 12/10 - monatliche Gebühr, Tabelle C

Umwandlung in eine GmbH

Puzzle
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Eine der gängigsten Formen der Firmenumwandlung ist die Umwandlung in eine GmbH. Dabei handelt es sich rein rechtlich gesehen um eine Neugründung. Unternehmer können diese Umwandlung allein vollziehen oder auch Gesellschafter mit ins Boot holen. Das vorher bestehende Einzelunternehmen kann bestehen bleiben, aufgelöst werden oder dessen Kapital auch in die GmbH übertragen werden. Letzteres ist aus steuer- oder auch erbrechtlichen Gründen interessant.

 

Was kann die EÜR beim Steuerberater kosten?

Lassen Sie auch die EÜR beim Steuerberater Ihres Vertrauens machen, ist der Bemessensspielraum für die Steuerberaterkosten noch viel größer – gleichzeitig ist die Grundgebühr hier laut Tabelle B aber auch niedriger. Hier liegt die volle Grundgebühr bei einem Jahresumsatz von 50.000 € bei 221 €. Der Steuerberater darf – im Beispiel EÜR – einen Gebührenrahmen von 5/10 - 20/10 anlegen, das heißt, die EÜR könnte in diesem Beispiel zwischen 110,50 € und 442 € kosten.



Umwandlung in GmbH – Vorteile

Die Firmenumwandlung in eine GmbH ist vor allem wegen ihrer beschränkten Haftung für Einzelunternehmer oder andere Rechtsformen attraktiv. Unternehmer, die in der GbR oder der OHG vormals noch selbst oder teilweise mit dem Privatvermögen haften mussten, streben nicht selten eine Umwandlung in eine sicherere GmbH mit ihrem Unternehmen an.

Umwandlung in GmbH und Co. KG

Durch die Wahl der Rechtsform GmbH & Co. KG kann die Kapitalbasis sogar nicht weiter ausgebaut werden, indem Kommanditisten mit einbezogen werden. Auch ist bei beiden Rechtsformen – GmbH und GmbH & Co. KG – stets die Nachfolgeregelung geklärt, denn der Fortbestand des Unternehmens kann in diesen Rechtsformen nicht durch wie auch immer geartetes Ausscheiden des Inhabers gefährdet werden.

Wie verläuft die Umwandlung in eine GmbH?

Am Beispiel der Umwandlung in eine GmbH lässt sich gut verdeutlichen, mit welchem Aufwand eine Firmenumwandlung einhergeht.

  • Abmelden des ehemaligen Unternehmens
  • Gründung / Anmeldung des neuen Unternehmens, für die GmbH bedeutet dies: 25.000 € Stammeinlage
  • Handelsregistereintrag
  • Eintrag im Bundesanzeiger
  • Notarielle Beurkundung
  • Eröffnungsbilanz für das Finanzamt

Beachten Sie aber, dass es je nach gewählter Rechtsform deutliche Unterschiede im Gründungsaufwand gibt, siehe hierzu auch:



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