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Wer macht die EÜR? Was beachten?

Wer macht die EÜR? Was beachten?

Die Einnahmenüberschussrechnung, kurz EÜR, ist eine Gewinnermittlung, die kleinen Gewerbetreibenden, Freiberuflern und Landwirtschaftsbetrieben aufgestellt werden kann und deren Einsatz mit Rücksicht auf bestimmte Grenzen bei Umsatz und Gewinn stattfindet. Unser 11880.com-Steuerberater-Ratgeber sagt Ihnen, wer eine EÜR machen muss oder kann und nennt Aufbau sowie Besonderheiten rund um die Einnahmenüberschussrechnung.

Wer macht die EÜR?

Einnahmenueberschussrechnung
© archerix- istockphotos.com

Die Voraussetzungen für die Erstellung einer EÜR liegen – wie zum Beispiel auch beim Jahresabschluss – in der Gesellschaftsform, bzw. der Höhe der Umsätze begründet. So gilt für Freiberufler weder eine Gewinn- noch eine Umsatzgrenze, während diese für gewerbliche Unternehmen, Ich AGs oder auch Vereine bei 50.000 € pro Jahr (Gewinngrenze) bzw. 500.000 € pro Jahr (Umsatzgrenze) liegt. Bei Betrieben in der Land- und Forstwirtschaft gibt es lediglich die Gewinngrenze, die hier ebenfalls bei 50.000 € pro Jahr liegt.

Besonderheiten je nach Rechtsform

Die Rechtsformen unterscheiden sich auch in individuellen Besonderheiten bezüglich der EÜR. So gilt für alle Freiberufler Verzicht auf doppelte Buchführung, während der Gruppe gewerbliche Unternehmen, Ich AG, Vereine ein Eintrag ins Handelsregister nicht gestattet ist. Land- und Forstwirtschaftsbetriebe dürfen beim Wert ihrer Nutzflächen 25.000 € nicht übersteigen.

Regelungen rund um die EÜR

Seit 2005 wird die EÜR formal vom Bundesfinanzministerium vorgegeben. Unternehmen, die nicht unter die Kleinunternehmerregelung fallen, müssen sich an diese formelle Grundlage für die Auflistung ihrer Einnahmen und Ausgaben halten. Kleinunternehmer – also solche mit Einnahmen unter 17.500 € und im Folgejahr nicht über 50.000 € – können einen formlosen Jahresabschluss aufstellen.

Wie erstellt man eine EÜR?

Die Erstellung einer formellen EÜR ist sicherlich nicht für jeden ganz einfach. Dennoch ist sie für infrage kommende Rechtsformen eine deutlich einfachere Form des Jahresabschlusses, als ihn beispielsweise Kapitalgesellschaften oder GmbHs abgeben müssen. Gegenüber diesen ist die EÜR nämlich deutlich vereinfacht. 

Zu- und Abflussprinzip für die EÜR

Paragraph 11 (1) des Einkommensteuergesetzes (EStG) sieht für die EÜR vor, dass, anders als bei der Bilanzierung nach §4 (1), Einnahmen erst nach deren tatsächlichem Eingang erfasst werden dürfen. Genauso werden Ausgaben erst nach deren tatsächlichem Abfluss berücksichtigt.

Wann haben Zu- und Abflüsse in der EÜR Gültigkeit?

  • Überweisungen – Einnahme oder Ausgabe – gültig bei erfolgter Gut- bzw. Lastschrift
  • Scheck – Einnahme oder Ausgabe – gültig bei Abgabe, bzw. Entgegennahme
  • Provision – Einnahme – Gültigkeit bei Gutschrift
  • Online-Zahlservice – Einnahme – Gültigkeit bei Zahlungseingang auf Online-Konto
  • Kreditkarte – gültig bei Abbuchung oder Datum der Rechnung
  • Leasing – gültig mit Zahlung

Ausnahmen vom Zu- und Abflussprinzip

Natürlich ist dies nicht der gesamte und mögliche Cash-Flow in einem Geschäftsjahr. Für besondere finanzielle Bewegungen sieht das EStG auch spezielle Behandlungen in der Einnahmenüberschussrechnung vor. Diese sind unter anderem:

  • Investitionen
  • Anlagen
  • zeitlich abgegrenzte Zahlungen
  • Darlehen
  • Rückstellungen
  • Einlagen
  • Privatentnahmen
  • Umsatz- und Vorsteuerzahlungen

Zu diesen Besonderheiten im Zu- und Abflussprinzip sowie zu allen weiteren Feinheiten in der EÜR befragen Sie am besten auch Ihren Steuerberater. Wenn Sie den noch nicht für sich entdeckt haben, können Sie damit gleich hier und jetzt beginnen.



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