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Wer organisiert Jahresabschlüsse?

Wer organisiert Jahresabschlüsse?

In Abhängigkeit von Rechtsform und Umsatzgröße müssen Unternehmen nach dem Handelsgesetzbuch in jedem Geschäftsjahr ihre Jahresabschlüsse erstellen und sie dem Finanzamt und weiteren Adressaten übermitteln. Die Erstellung von Jahresabschlüssen wird vom Gesetzgeber als sehr komplex angesehen und ist daher nur wenigen und besonders qualifizierten Berufsgruppen vorbehalten. Unser 11880.com-Steuerberater-Ratgeber sagt Ihnen, wer Ihre Jahresabschlüsse organisiert und worauf es dabei ankommt.

Jahresabschluss Definition

jahresabschluss
© BernardaSv - istockphotos.com

Ein Jahresabschluss ist der kalkulatorische Geschäftsjahresabschluss. Anhand des Jahresabschlusses kann das Unternehmen selbst, aber auch das Finanzamt und weitere Adressaten, die Lage eines Unternehmens erkennen. Hierbei geht es in erster Linie um die finanzielle Lage des Unternehmens, weshalb der Jahresabschluss auch den Abschluss der Buchhaltung beinhaltet. Nach den Vorgaben von §242 des Handelsgesetzbuches (HGB) besteht ein vollständiger Jahresabschluss aus:

  • Bilanz
  • Gewinn- und Verlustrechnung

Bei Kapitalgesellschaften laut § 264 HGB:

  • Anhang
  • Unter anderem bei großen und mittelgroßen Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften ohne voll oder mittelbar haftende natürlich Person auch ein Lagebericht, der Risiken und Möglichkeiten des Unternehmens darstellt.

Wer muss keinen Jahresabschluss machen?

Schon die Lagerberichtspflicht als Bestandteil des Jahresabschlusses ist abhängig von der Rechtsform des Unternehmens. Und auch insgesamt ist der Jahresabschluss nicht für alle Rechtsformen verpflichtend. So müssen kleine Kapitalgesellschaften, Einzelkaufleute mit bestimmten Höchsterlösen, kleine Gewerbetreibende und Freiberufler keinen Jahresabschluss erstellen.

Warum Jahresabschlüsse?

abschluss
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Im Wesentlichen hat der Jahresabschluss zwei wichtige Basisfunktionen: die Information über die wirtschaftliche Situation des Unternehmens und die Bemessungsgrundlage bei der Besteuerung des Unternehmens (Ausschüttungsbemessungsfunktion). So liefern Jahresabschlüsse einerseits allen Adressaten grundlegende finanzielle Informationen. Andererseits stellt der Jahresabschluss die Grundlage für die ordentliche Erhebung der Steuern durch das Finanzamt dar.

Wer sind die Adressaten für Jahresabschlüsse?

Das Finanzamt ist jedoch nur ein Adressat, für den Jahresabschlüsse erstellt werden. Die Liste derer, die sich für die Auswertungen im Jahresabschluss interessieren, ist noch etwas länger:

  • Finanzamt
  • Bundesamt für Justiz
  • Banken
  • Kreditgeber
  • Aktieneigner

Und natürlich sind auch Sie selbst ein – wenn nicht der größte – Interessent, denn Sie betrifft die finanzielle Lage Ihres Unternehmens direkt. Mit viel Aufschluss über die Entwicklung Ihres Unternehmens bietet der Jahresabschluss Ihnen eine hervorragende Entscheidungsgrundlage für die Zukunft Ihres Unternehmens.

Fristen für den Jahresabschluss

kalender
© MihaPater - istockphotos.com

Für Aktiengesellschaften, GmbHs, Kapitalgesellschaft & Co. und Genossenschaften gilt eine Frist von drei Monaten im neuen Geschäftsjahr für die Aufstellung des Jahresabschlusses. Kleine Kapitalgesellschaften haben – sofern dies dem üblichen Geschäftsgang entspricht – sechs Monate Zeit.
Da diese Fristen in der Regel oftmals nicht eingehalten werden, ergeben sich für die Steuerberater nicht selten große zeitliche Probleme. Diese zu späte Offenlegung von Jahresabschlüssen kann jedoch zu empfindlichen Bußgeldern führen.



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