Haushaltsnahe Dienstleistungen – Was kann ich absetzen?

Kosten vergessen, einer der häufigsten Fehler in der Steuererklärung – und die haushaltsnahen Dienstleistungen zählen wiederum zu den am häufigsten vergessenen Ausgaben. Wir helfen Ihnen dabei, Fehler in der Steuererklärung zu vermeiden, indem wir Ihnen gute Tipps zur Steuergestaltung geben. In diesem Artikel: haushaltsnahe Dienstleistungen. Unser 11880.com-Steuerberater-Ratgeber sagt Ihnen, was Sie zu dieser Ausgaben-Kategorie in der Steuererklärung dazuzählen und somit geltend machen dürfen.

Definition haushaltsnahe Dienstleistungen

putzen
© Tatomm - istockphotos.com

Viele Steuerpflichtige haben ein simples Problem: Sie gehen davon aus, dass sie bestimmte absetzbare Kosten hatten, sind sich aber nicht sicher, in welche Kostenkategorie sie diese Ausgaben einordnen müssen. Natürlich können haushaltsnahe Dienstleistungen nicht einfach bei den Sonderausgaben oder den Werbungskosten untergebracht werden. Wir sagen Ihnen, welche Kosten als haushaltsnahe Dienstleistungen einzustufen sind.

Alles, was zu Hause von Dienstleistern gemacht wurde

Wichtig bei den haushaltsnahen Dienstleistungen ist vor allem, dass die Aufgaben bei Ihnen zu Hause erledigt wurden, also in dem Gebäude, in dem Sie leben, wo Sie Ihren Wohnsitz haben. Das heißt, haushaltsnahe Dienstleistungen gelten nicht für den Zweitwohnsitz, die Wohnung des Lebenspartners oder Ihre vermieteten Objekte.
Was ist also „Zuhause“ im Sinne der haushaltsnahe Dienstleistungen?

  • Eigenes Haus, eigene Wohnung (Erstwohnsitz)
  • Ferienwohnung
  • Wohnraum der Kinder, falls Sie für diese noch Kindergeld beziehen, aber keine Miete zahlen
  • Pflege- oder Seniorenheim (wenn Sie dort dauerhaft leben)

Was sind haushaltsnahe Dienstleistungen?

Jetzt wissen wir, wo die haushaltsnahen Dienstleistungen per Definition stattfinden, bleibt nur noch zu beziffern, um welche Tätigkeiten es sich dabei handelt:

  • kinder betreuung
    © KatarzynaBialasiewicz - istockphotos.com

    Kinderbetreuung durch eine Tagesmutter

  • Ambulante Kranken- oder Altenpflege
  • Haus- oder Wohnungsputz
  • Fenster putzen
  • Essen kochen
  • Wartung und Reparaturen am eigenen Haus
  • Gartenpflege und Winterdienst auf Ihrem Grundstück
  • Nachträglicher Einbau eines Kamins oder Ofens

Aus diesen Tätigkeiten ergeben sich mögliche haushaltsnahe Dienstleister wie Tagesmütter, Hausmeister, Handwerker, Haushalthilfen oder ambulante Pflegedienste.

Welche Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen?

Gut zu wissen ist nun, welche Kosten eigentlich genau von den haushaltsnahen Dienstleistungen abgesetzt werden können. Zunächst einmal: Sie müssen sich auf jeden Fall vom Dienstleister eine ordentliche Rechnung ausstellen lassen, denn wie heißt es so schön unter Steuerberatern? Keine Buchung ohne Beleg.
Schauen Sie nun auf die Rechnung, können Sie davon folgende Bestandteile als Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen:

  • Kosten für An- und Abfahrt
  • Kosten für Maschinen
  • Arbeitslohn

Sagen Sie dem Dienstleister am besten so früh wie möglich, dass Sie hier eine detaillierte Kostenaufstellung wünschen. Nur so können Sie die Posten später auch passend in Ihre Steuererklärung übertragen. Insgesamt dürfen bis zu 20 % der Gesamtkosten für die haushaltsnahe Dienstleistung abgesetzt werden.

Dann sehen Sie nämlich gleich auch die Kosten, die Sie nicht als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen dürfen:

  • Entsorgungsgebühren
  • Gebühren für Verwalter / Eigentümergemeinschaft
  • Materialkosten
  • Lieferkosten

Haushaltsnahe Dienstleistungen in die Steuererklärung eintragen

Bewahren Sie sämtliche Rechnungen für alle in Anspruch genommenen haushaltsnahen Dienstleistungen auf und addieren Sie die absetzbaren Kosten am Ende des Jahres. Den Gesamtbetrag tragen Sie in die entsprechende Zeile des Steuererklärungsdokumentes ein. Achtung, dabei gelten Höchstbeträge:

  • 450 € Basis / Minijobber: bis zu 510 €
  • Handwerker: 1.200 €
  • Vollzeitangestellte: 4.000 €


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