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Wie wird die Körperschaftsteuer berechnet?

Wie wird die Körperschaftsteuer berechnet?

Die Körperschaftsteuer wird gerne alternativ und damit auch zum Teil selbsterklärend als Einkommensteuer für Unternehmen bezeichnet. Tatsächlich gibt es bei der Ermittlung der Besteuerung einige Parallelen zur Einkommensteuer. Unser 11880.com-Steuerberater-Ratgeber erläutert, wer von der Körperschaftsteuer betroffen ist und wie die Körperschaftsteuer berechnet wird.

Definition Körperschaftsteuer

Koerperschaftsteuer
© AndreyPopov - istockphotos.com

Kapitalgesellschaften, Vereine, Genossenschaften, Stiftungen und verschiedene weitere juristische Personen sind von der Körperschaftsteuer betroffen. Es ist eine Unternehmensteuer und eine so genannte direkte Steuer, die sich nach dem zu versteuernden Einkommen bemisst und deren Empfänger die Bundesländer sind. Auch verdeckte Gewinnausschüttungen sind Teil der Bemessung. Die Entrichtung der Körperschaftsteuer richtet sich aber nicht nach einer eventuellen Ausschüttung an Anteilseigner.

Wer ist zur Körperschaftsteuer verpflichtet?

Nach dem Körperschaftsteuergesetz (KStG) sind zur Körperschaftsteuer verpflichtet:

  • Vermögensmassen
  • haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaften
  • Versicherungsvereine
  • Gewerbebetriebe
  • Körperschaften des öffentlichen Rechts
  • Personenvereinigungen

Voraussetzung ist, das sie im Inland ihre Geschäftsleitung haben. Eine Abwandlung, die beschränkte Körperschaftsteuer, betrifft dieselben Körperschaften, die alleinig im Inland erwirtschaftete Einkünfte vorsieht, wenn weder Sitz noch Geschäftsleitung der Körperschaft im Inland vertreten sind.

Wie hoch ist die Körperschaftsteuer?

Der Steuersatz der Körperschaftsteuer beträgt seit 2008 15 %, plus Solidaritätszuschlag, womit sich durch die Körperschaftsteuer eine Steuerlast von insgesamt 15,825 % ergibt. Mit der Unternehmenssteuerreform wurde eine Zinsgrenze von 30 % und eine Freigrenze von 1 Mio. Euro etabliert.
Von der Körperschaftsteuer befreit sind nach §5 KStG im Wesentlichen öffentliche Unternehmen wie Forschungs- oder Wissenschaftseinrichtungen oder Förderbanken.

Berechnung der Körperschaftsteuer

Die Berechnung der Körperschaftsteuer erfolgt mit Bezug auf das Einkommen der Steuerpflichtigen, wobei gemäß §24 und §25 des KStG bestimmte Freibeträge gelten, außer für uneingeschränkt Steuerpflichtige.

Schema für die Berechnung der Körperschaftsteuer:

Gewinn nach EStG
zzgl. nicht abziehbare Aufwendungen
abzüglich abziehbare Aufwendungen
abzüglich Freibetrag (5.000,00 od. 15.000,00 EUR)
= zu versteuernder Gewinn
multipliziert mit Steuertarif (15 %)
zzgl. Solidaritätszuschlag
= Körperschaftsteuer

Sofern auch im Ausland Körperschaftsteuer gezahlt wird, wird dieser Betrag ebenfalls abgezogen, um für die entsprechende juristische Person eine Doppelbesteuerung zu vermeiden.

Was kann die EÜR beim Steuerberater kosten?

Gericht
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Lassen Sie auch die EÜR beim Steuerberater Ihres Vertrauens machen, ist der Bemessensspielraum für die Steuerberaterkosten noch viel größer – gleichzeitig ist die Grundgebühr hier laut Tabelle B aber auch niedriger. Hier liegt die volle Grundgebühr bei einem Jahresumsatz von 50.000 € bei 221 €. Der Steuerberater darf – im Beispiel EÜR – einen Gebührenrahmen von 5/10 - 20/10 anlegen, das heißt, die EÜR könnte in diesem Beispiel zwischen 110,50 € und 442 € kosten.

Festlegung der Zehntelsätze

Auch, wenn der Bemessungsrahmen für die Steuerberaterkosten hier relativ frei wählbar scheint, willkürlich ist er nicht zu wählen, denn die Zehntelsätze sind lediglich Vergütungsspannen, die ebenfalls gesetzlich und nach folgenden Kriterien festgelegt sind:

  • Umsatz
  • Haftungsrisiken
  • Aufwand mit den Unterlagen


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