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Unternehmensbewertung: Wie viel ist mein Unternehmen wert?

Unternehmensbewertung: Wie viel ist mein Unternehmen wert?

Sie wollen Ihr Unternehmen verkaufen und suchen nun eine Antwort auf die alles entscheidende Frage: Wie viel ist mein Unternehmen wert? Neben dem ideellen Wert, den eine Firma vor allem für die Gründer hat, ergibt sich natürlich auch ein konkreter, monetärer Wert für ein Unternehmen. Diesen zu ermitteln, ist zentraler Aspekt der Unternehmensbewertung. Unser 11880.com-Steuerberater-Ratgeber sagt Ihnen, wie Sie Ihr Unternehmen bewerten und so letztlich attraktiver für Käufer machen können.

Welche Positionen sind wichtig?

Unternehmen verkaufen
© AndreyPopov- istockphotos.com

Bei der Unternehmensbewertung kommen einige ganz bestimmte Werte in Betracht, die maßgeblichen Einfluss auf die Unternehmensbewertung haben. Damit diese nämlich realistisch ausfällt, werden folgende Positionen herangezogen:

  • Ertragspotential der Firma in Zukunft (EBIT)
  • Geschäftsführergehalt in Personengesellschaften
  • Geschäftsführer- oder Vorstandsgehälter bei Kapitalgesellschaften

Beide Gehaltsklassen müssen zur Unternehmensbewertung mit dem EBIT verrechnet werden, um so schließlich ein Ergebnis zu erzielen.

Wichtig sind aber auch ganz grundsätzliche Faktoren:

  • Risikobereitschaft und Alter des Käufers
  • Finanzielle Lage des Unternehmens, bzw. des bisherigen Inhabers
  • Konkurrenzangebote

Wie beeinflussen die Gehälter das EBIT?

Die Geschäftsführer- oder Vorstandsgehälter sind bei der Unternehmensbewertung mit dem EBIT zu verrechnen, um einen genaueren Unternehmenswert zu erhalten. Bei der Bewertung von Personengesellschaften muss das Gehalt des Geschäftsführers subtrahiert werden, sofern der Inhaber lediglich den Gewinn des Unternehmens als Gehalt bezogen hat. Bei Kapitalgesellschaften muss das Gehalt von Geschäftsführern oder Vorständen zum EBIT addiert werden, wenn es höher als marktüblich gewesen ist. War es niedriger, muss es abgezogen werden.



Ergebnis dieser Unternehmensbewertung

 Unternehmensbewertung
© IndypendenZ - istockphotos.com

Dieses Verfahren zur Unternehmensbewertung – auch Multiplikationsverfahren genannt – dient einer ersten schnellen Orientierung. Im Ergebnis dieser Unternehmensbewertung erhalten Sie gleichwohl keinen cent-genauen Wert, sondern eine Preisspanne, binnen derer Ihr Unternehmen sich aufgrund zweier Faktoren ansiedelt:

  • Marktposition
  • Abhängigkeit von aktuellem Inhaber

Weitere Verfahren zur Unternehmensbewertung

Denn das Multiplikationsverfahren berücksichtigt zwar einige der wichtigsten Faktoren bei der Unternehmensbewertung, aber eben nicht alle. Daher gibt es noch einige weitere Methoden, die sich auf andere Faktoren konzentrieren und die für eine umfassende Unternehmensbewertung mit anderen Verfahren kombiniert werden können:

Substanzwertverfahren

Verkehrswert des Unternehmens, bezogen auf Fahrzeuge, Maschinen, Geräte, Vorräte, abzüglich aller Schulden.

Ertragswertverfahren

Möglicher Verdienst, den der Firmenkäufer erzielen kann. Berechnungsgrundlage sind die vorsteuerlichen Erträge der vergangenen drei und die geschätzten Erträge der kommenden drei Geschäftsjahre, dividiert durch den Kapitalisierungszinssatz.

Mittelwertverfahren

Häufigstes Verfahren bei Firmenkäufen, dem das arithmetische Mittel der Ertrags- und Substanzwerte zugrunde liegt.

Vereinfachtes Ertragswertverfahren

Werteinschätzung für Vermögensgegenstände, die verschenkt oder vererbt werden sollen (um die Erbschafts- und Schenkungsteuer in diesem Fall zu ermitteln). Die Unternehmensbewertung zieht hierzu die durchschnittlichen Erträge der vergangenen drei Jahre hinzu, multipliziert mit einem vom Finanzamt jährlich neu festgelegten Faktor, um so die Ergebnisse der kommenden Jahre einzustufen.

Vergleichswertverfahren

Wertermittlung durch Vergleich mit anderen Firmenverkäufen. Bietet sich nur in Branchen an, in denen oft verkauft wird. Entsprechende Preise können z.B. bei Handwerkskammern oder Wirtschaftsverbänden eingeholt werden.

AWH-Verfahren

Spezielles Verfahren der Arbeitsgemeinschaft der Wert ermittelnden Betriebsberater im Handwerk (AWH). Findet als Grundlage für Finanzierungen bei Banken Akzeptanz.



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