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Was Sie zur Rechtsformwahl wissen müssen

Was Sie zur Rechtsformwahl wissen müssen

Die Rechtsformwahl ist eine der ersten und wichtigsten Entscheidungen, die Existenzgründer treffen müssen. Die Wahl der Rechtsform ist nämlich nicht nur an unterschiedliche Voraussetzungen gebunden, sondern hat auch nachhaltige Auswirkungen auf das Bestehen des Unternehmens. Zentrale Aspekte wie Haftung, Startkapital und diverse formale Kriterien können die Rechtsformwahl für Existenzgründer unübersichtlich werden lassen. Unser 11880.com-Steuerberater-Ratgeber gibt eine Übersicht über die Rechtsformen und somit Informationen, mit denen Sie die richtige Rechtsform wählen können.

Welche Rechtsformen gibt es?

Startkapital und Haftung sind zwei wesentliche Aspekte der Rechtsformwahl. Auch die Anzahl der am neu gegründeten Unternehmen beteiligten Personen spielt eine wichtige Rolle. Eine grafische Übersicht über die Rechtsformen finden Sie hier. Nachfolgend stellen wir Ihnen die gängigsten Unternehmensformen im Detail vor:

Einzelunternehmen

Kapitalgesellschaft
© monkeybusinessimages - istockphotos.com

Gegründet wird das Unternehmen durch eine einzelne Person, wobei sich die Rechtsformen dieser Kategorie vor allem in der Haftung durch das Firmenvermögen, bzw. durch den Unternehmer selbst, unterschieden wird. Entsprechende Rechtsformen für Einzelunternehmer sind:

  • Kleingewerbe
  • Kaufmann
  • Ein-Personen-GmbH
  • Ein-Personen-AG
  • Mini-GmbH
  • Unternehmergesellschaft (UG)
  • Selbstständiger Freiberufler

Personengesellschaften

Von Personengesellschaften spricht man, wenn es nicht nur einen einzelnen Gründer gibt, sondern mehrere am Unternehmen beteiligte Personen, die kein Startkapital aufbringen, jedoch mit ihrem persönlichen Vermögen für das Unternehmen haften. Dadurch ist der Fortbestand einer Personengesellschaft meist stark an den Verbleib der leitenden Personen in der Gesellschaft gebunden. Zudem können die Gehälter der Gesellschafter nicht steuerlich als Aufwand geltend gemacht werden. Rechtsformen für Personengesellschaften sind:

  • OHG
  • GbR
  • KG
  • GmbH & Co. KG

Auch Partnergesellschaften – also eine Gruppierung mehrerer Freiberufler zu einer Gesellschaft – gelten als Personengesellschaft.

Kapitalgesellschaften 

Auch Kapitalgesellschaften stellen eine Gruppierung mehrerer Gründer dar, die jedoch – und das ist der wesentliche Unterschied zu den Personengesellschaften – nicht mit ihrem Privatvermögen für das Unternehmen haften. Gleichwohl ist aber zur Gründung einer Kapitalgesellschaft ein Startkapital in variabler Höhe nötig. In einer Kapitalgesellschaft gibt es keinerlei Freibetrag für die Gewerbesteuer. Zusätzlich ist die Gründung an zahlreiche Formalitäten und Vorschriften gebunden. Ein Steuerberater kann Ihnen hier eine große Hilfe sein, um den Gründungsaufwand zu verringern. Rechtsformen für Kapitalgesellschaften sind:

  • GmbH
  • gGmbH
  • Limited
  • AG
  • KGaA
  • eG

Vertragswerk rund um die Rechtsformwahl

Nach der Entscheidung über die Rechtsform eines Unternehmens gilt es, bei manchen Gesellschaftsformen auch deren rechtliche Grundlagen innerhalb eines Gesellschaftsvertrages festzuhalten. Für Kapitalgesellschaften und GmbHs ist ein notariell beglaubigter Gesellschaftsvertrag Pflicht, der die Rechte und Pflichten aller am Unternehmen beteiligten Gesellschaftern darstellt. Eine GbR oder auch eine OHG können hingegen auch ohne Gesellschaftsvertrag bestehen.



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