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Umsatzsteuervoranmeldung

Umsatzsteuervoranmeldung

Umsatzsteuervoranmeldung
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Kaum eine Steuer begegnet uns im Alltag so häufig wie die Umsatzsteuer (USt) bzw. Mehrwertsteuer: Sie wird von Unternehmen auf Waren und Dienstleistungen erhoben, womit es sich hierbei – genau genommen – um eine Endverbrauchersteuer handelt. Doch was genau passiert mit der einmal gezahlten Umsatzsteuer? Zunächst einmal ist der Verbraucher fein aus dem Schneider, denn nach der Zahlung ist das Unternehmen für die Abführung der Umsatzsteuer an das Finanzamt verantwortlich. Dies geschieht monatlich mithilfe der Umsatzsteuervoranmeldung (UStVA).

Das Finanzamt möchte anhand der Umsatzsteuervoranmeldung wissen, wie hoch die eingenommene Umsatzsteuer ausfällt und gleichzeitig auch, welche Vorsteuer das Unternehmen selbst getätigt hat, z. B. für den Kauf von Rohstoffen. Erst mit diesen Daten wird ersichtlich, ob das Unternehmen dem Staat noch Steuern schuldet oder ob Ihm eine Vorsteuererstattung zusteht. Dazu wird von der eingenommenen Umsatzsteuer der gezahlte Vorsteuer Betrag abgezogen. Dieser Betrag wird als Umsatzsteuerzahllast bezeichnet und muss an das Finanzamt abgetreten werden. Fällt die Vorsteuer jedoch höher aus als die Umsatzsteuer, erhält das Unternehmen den entsprechenden Differenzbetrag als Vorsteuererstattung. Vor allem bei neu gegründeten Unternehmen mit hohen anfänglichen Ausgaben und wenig Einnahmen sowie bei Exporteuren kann es zu einer Rückerstattung kommen.

Übermittlung: Umsatzsteuervoranmeldung monatlich oder im Quartal?

Umsatzsteuervoranmeldungen werden auf elektronischem Weg an das Finanzamt übermittelt. Im Normalfall wird die Voranmeldung monatlich abgegeben, denn so hält sich die jährliche Steuerlast für das Unternehmen in Grenzen und der Staat profitiert von regelmäßigen Steuereinnahmen und Zinsvorteilen. Gleichzeitig schützt sich das Finanzamt auch vor etwaigen Steuerverlusten im Falle einer Insolvenz des Unternehmens. Das bedeutet jedoch auch eine monatliche Mehrarbeit für das Unternehmen. Wer stattdessen die quartalsweise Umsatzsteuervoranmeldung vorzieht, kann dies erst zwei Jahre nach der Existenzgründung beantragen. Eine weitere Voraussetzung ist die Umsatzsteuerlast des Vorjahres, die maximal 7.500 € betragen darf. Die Summer berechnet sich, indem man die Umsatzsteuerbeiträge auf den Eingangsrechnungen von den Umsatzsteuerbeträgen der Ausgangsrechnungen abzieht. Sollte die berechnete Summe unter 1.000 Euro fallen, kann sogar komplett auf die Quartale Umsatzsteuervoranmeldung verzichtet werden – eine Umsatzsteuererklärung nach Jahresende genügt in solch einem Fall.

Wann ist die Umsatzsteuervoranmeldung Frist?

Die Umsatzsteuervoranmeldung Frist geht bis zum 10. des Folgemonats. Fällt der Tag jedoch auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, ist der folgende Werktag das endgültige Fristdatum.
Die Frist kann ebenfalls auf Antrag verändert werden. Man bezeichnet dies als Dauerfristverlängerung. Dadurch verlängert sich die Frist um exakt einen Monat, z.B. am 10 April statt am 10 März. Dies gilt auch für die jeweiligen Quartal-Monate der Quartalzahler. Der Antrag zur Dauerfristverlängerung kann jederzeit gestellt werden und wird im Regelfall anstandslos angenommen.

Umsatzsteuervoranmeldung Frist einhalten
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Eine wichtige Voraussetzung für die Dauerfristverlängerung ist jedoch die Zahlung einer Sondervorauszahlung, die bei Monatszahlern ein 1/11 der Umsatzsteuerlast des Vorjahres beträgt und mit der letzten Umsatzsteuervoranmeldung des Jahres verrechnet wird – quasi eine Kaution. Quartalzahler sind von dieser Zahlung nicht betroffen. Wiederholte Terminversäumungen in der Vergangenheit, Nichtzahlungen, Steuerdelikte etc. können außerdem das Finanzamt dazu veranlassen, dem Antrag auf Dauerfristverlängerung nicht stattzugeben.   

Umsatzsteuervoranmeldung Frist verpasst: Was passiert?

Die Nichteinhaltung der Fristen, wie etwa die verspätete Einreichung der UStVA oder überfällige Zahlungen, wird mit Säumniszuschlägen geahndet. Ein Verspätungszuschlag wird bei der verspäteten Anmeldung der Umsatzsteuer fällig und beträgt max. 10 % der Umsatzsteuerzahllast, höchstens jedoch 25.000 €. Bei einer Säumung der Umsatzsteuerzahlung wird 1 % der Umsatzsteuerzahllast berechnet und das immer auf die vollen 50 Euro abgerundet. Das heißt, bei einer Umsatzsteuerzahllast von 4.040 € wird ein Säumniszuschlag von 40 € fällig. Allein deshalb sollten die Fristen dringend eingehalten werden. Ein Steuerberater hilft Ihnen bei der korrekten Erfassung der Daten und Zahlen sowie bei der Einhaltung der Fristen.

Wer benötigt keine Umsatzsteuervoranmeldung?

Kleinunternehmer, die nicht umsatzsteuerpflichtig sind und somit als Nichtunternehmer bezeichnet werden, müssen auch keine Umsatzsteuervoranmeldung vornehmen. Um als Kleinunternehmen zu gelten, müssen Sie lediglich die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG in Anspruch nehmen. Neben Existenzgründern können das alle Unternehmen, die 1 ) einen Vorjahresumsatz von höchstens 17.500 Euro haben und 2) einen voraussichtlichen Umsatz im laufenden Jahr von 50.000 Euro nicht überschreiten.

Beispiel:

Der Vorjahresumsatz beträgt 15.000 € – die erste Bedingung ist erfüllt.
Der Umsatz im laufenden Jahr beträgt 30.000 € – die zweite Bedingung ist erfüllt.
Die Kleinunternehmerregelung tritt somit in Kraft.

Aber: Wollen Sie im Folgejahr ebenfalls unter die Kleinunternehmerregelung fallen, ist dies nicht mehr möglich, denn die 30.000 € Umsatz in diesem Jahr übersteigen die 17.500 € der ersten Bedingung.
Es kann also durchaus sein, dass Sie in einem Jahr unter die Kleinunternehmerregelung fallen und auf die Umsatzsteuervoranmeldung verzichten können und im nächsten Jahr wiederum nicht. Die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater ist hierbei von Vorteil, denn dieser kann am besten beurteilen, ob sich die Kleinunternehmerregelung für Sie als Unternehmer lohnt und informiert Sie rechtzeitig über mögliche Änderungen des Status.

Generell bietet die Kleinunternehmerregelung jedoch viele Vorteile. Ohne die Umsatzsteuer entfallen die Umsatzsteuer-Vorauszahlungen an das Finanzamt und Waren oder Dienstleistungen können den Kunden günstiger angeboten werden, womit man sich einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschafft. Nicht zuletzt ist die vereinfachte Buchführung ein großer Vorteil dieser Regelung. Diese gilt übrigens pauschal für fünf Jahre – vorausgesetzt, die zuvor genannten Bedingungen werden jedes Jahr aufs Neue eingehalten.

Achtung: Auf die Umsatzsteuerjahreserklärung dürfen Kleinunternehmen trotzdem nicht verzichten.

Einige Freiberufler, z. B. in Heilberufen wie Ärzte und Physiotherapeuten, müssen aufgrund fehlender Umsatzsteuerpflicht ebenfalls keine Umsatzsteuervoranmeldung vornehmen.

Wie mache ich die Umsatzsteuervoranmeldung?

Die elektronische Steuererklärung, kurz ELSTER, ist eine kostenlose Software bzw. Online-Seite der Finanzämter, welches auch über das entsprechende digitale Formular für die Umsatzsteuervoranmeldung verfügt. Auch Privatnutzer, die beispielsweise nebenbei über einen Ebay Shop verfügen, können so ihre Finanzen festhalten und die Umsatzsteuervoranmeldung vornehmen. Für jede Rechnung müssen in den passenden Kategorien die entsprechenden Daten angegeben werden. Wem das Ausfüllen und übermitteln der Formulare ans Finanzamt auf Dauer zu aufwendig ist, beauftragt einen Steuerberater mit den Umsatzsteuervoranmeldungen.



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